Von Goldenen Gabeln und Medaillen.

Jeden Monat neu und an dieser Stelle: Das Interview mit einem unserer Mitglieder. Wir sprechen über Sie oder ihn, über die Arbeit und was es sonst noch zum Thema „Kreativität, Kommunikation und Design“ zu erzählen gibt. Das Interview bleibt in der Regel einen Monat stehen und wird nur unterbrochen, wenn uns ein anderes Thema besonders juckt. Den Anfang macht Thomas Paulus aus Duisburg (Deutschland).



Uwe: Hallo Thomas, willkommen im Club!
Thomas: Hi Uwe, danke!

Uwe: Was machst du?
Thomas: Bin seit 1990 selbstständiger Fotograf und Art Director mit meinem Studio und Atelier in Duisburg nahe dem Zentrum.

Uwe: Das ist eine sehr lange Zeit. Da hast du alle Höhen und Tiefen der Branche in Deutschland miterlebt. Insider sagten vor der Krise: Nur die besten werden überleben!  Wie hast du es geschafft?
Thomas: Das weiß ich nicht genau, ich kann dir nur sagen, dass mich gerade dieser Satz enorm angespornt hat. Es war beängstigend mit anzusehen, wie in den Hochburgen der Fotografie hervorragende Leute das Handtuch schmeißen mussten. Vielleicht war es auch der innerliche Zwang, jeden noch so kleinen Job zu meiner eigenen, höchsten Zufriedenheit zu packen. Erstaunlicherweise hatte ich dann auch meist die Begeisterung meiner Kunden gewonnen. Ich glaube auch, dass ich ein Arbeitstier bin und habe meist solange herumexperimentiert, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Du wirst das alles kennen: kein Unterschied zwischen Tag und Nacht. Es hat mich einfach nie losgelassen. Bis heute.

Uwe: Leidenschaft und Exhibitionismus werden nicht ausgereicht haben, welche Ausbildung hast du?
Thomas: Ich habe an der Wuppertaler Universität Kommunikationsdesign studiert und mich von Semester zu Semester immer mehr mit der Kamera auseinandergesetzt. Die Uni war seinerzeit die Top-Adresse und Prof. Winterhager mein Mentor. Die Selbstkritik von Winterhager habe ich mir zu Eigen gemacht. Glück gehabt.



Uwe: Du hast vom Art Directors Club Medaillen und vom Diners Club die „Goldene Gabel“ erhalten, die bekommt man nicht mal eben so!
Thomas: Es war viel Arbeit. Nach meiner Diplomarbeit habe ich von der Redaktion eine Fotostrecke im „Stern“ für Bademoden erhalten und durfte mit New Yorker Models arbeiten. Der ADC wurde auf mich aufmerksam und bat mich Mitglied zu werden. Danach ging es eigentlich erst richtig los: Shootings für „Harpers Bazaar“, „Style“, etc. Das waren echte Höhenflüge. Dann kam „Diners Club“, „Eltern“, „Forbes“, „Mercedes Benz“ und „Abenteuer und Reisen“. Ich war voll drin. Und jetzt auch in der Food Fotografie. Hat Spaß gemacht. Hummer, Austern und die besten Weine. Nur vom Feinsten und mit den besten Food Stylisten, von denen ich viel gelernt habe.



Uwe: Das ist nicht alles. Du hast auch für die Industrie, für Mercedes, Klunker, Uhren und VIPs fotografiert.
Thomas: Ja, ja, die „Oldtimer-Mercedes-Tour“ hat mir viel Spaß gemacht. Die Aufnahmen sind auch ganz ordentlich geworden. Der Schmuck: Auch nicht schlecht. Meine besondere Aufmerksamkeit hat immer noch die Food Fotografie.



Uwe: Zum Schluss meine obligatorische Frage: Warum bist du Mitglied im Designers Club Südtirol/Alto Adige geworden?
Thomas: Uwe, wir kennen uns bereits seit Jahrzehnten aus unserer Zusammenarbeit in Deutschland. Ich habe Vertrauen zu Dir. Und wenn du mit deinen Leuten einen Designers Club ins Leben rufst, dann bin ich dabei! Dazu kommt meine große Liebe zu Italien, die ich mit dir und dem Club teilen möchte. Ob ich irgendwann, auch wie du in Italien arbeiten werde, wird die Zukunft zeigen. Es wäre ein Herzenswunsch von mir.



Uwe: Vielen Dank Thomas. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg, besonders viel Spaß am Designers Club und natürlich: Gute Arbeit.
Thomas: Danke. Ich möchte mich bei euch für die tolle und herzliche Aufnahme bedanken und grüße alle Mitglieder, Freunde und Sponsoren des dcsa, und hoffe, dass ich recht bald auf einen Sprung vorbeischauen kann – auch euch: Viel Erfolg und gute Arbeit.

Thomas Paulus ist Mitglied im dcsa seit dem 01. August 2010
www.paulusphotography.de - info@thomaspaulus.de